Die Frau hinter FEELB
Mein Leben verlief nie nach einem klassischen Plan. Ich hatte keine typische Kindheit, keine stabile Struktur und keinen geraden Weg, der bereits für mich vorbereitet war. Viele Menschen wachsen mit klaren Vorstellungen auf: Schule, Ausbildung, Beruf, Familie. Bei mir fühlte sich das Leben lange eher wie eine Suche an. Eine Suche nach mir selbst, nach Freiheit, nach Verständnis und nach einem Platz in dieser Welt.
Ich wurde 1981 in Polen geboren und wanderte später allein in die Schweiz aus. Ohne Sprache, ohne Sicherheiten und ohne genau zu wissen, wohin mein Leben führen würde. Rückblickend glaube ich, dass genau diese Erfahrungen mich geprägt haben. Ich musste vieles selbst lernen – nicht nur die Sprache oder den Alltag in einem neuen Land, sondern vor allem mich selbst.
Aus meiner Herkunft übernahm ich kaum etwas. Eigentlich hatte ich keine wirklichen Vorbilder. Mein Weltbild, meine Werte und meine Sicht auf Menschen entstanden nicht durch feste Vorgaben, sondern durch Beobachtung, Reflexion und Lebenserfahrung. Ich würde sagen, dass ich mich in vieler Hinsicht selbst erschaffen habe. Ich reflektierte sehr viel, hinterfragte vieles, beobachtete Menschen, Systeme und gesellschaftliche Strukturen und versuchte zu verstehen, warum die Welt oft so funktioniert, wie sie funktioniert.
Ich bin eine HSP (High Sensitive Person), und die Grundlage meines Denkens, Fühlens und Handelns war dabei immer Empathie. Die Liebe zu Menschen, zu Tieren, zur Natur und das Gefühl, dass jeder Mensch Würde verdient – unabhängig davon, wie unterschiedlich wir sind. Vielleicht genau deshalb fiel es mir oft schwer zu akzeptieren, wie selbstverständlich viele Dinge geworden sind: ständiger Druck, Konkurrenz, Funktionieren, Ungleichheit oder die Vorstellung, dass das Leben hauptsächlich aus Arbeit und Überleben bestehen soll.
In den letzten Jahren arbeitete ich sehr viel und versuchte, mir ein stabiles Leben aufzubauen. Doch trotz harter Arbeit sah mein Leben nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich war erschöpft, wahrscheinlich bereits am Anfang eines Burn-outs, hatte keine Zeit für Sport, Freude oder echte Leichtigkeit im Leben. Mein Alltag bestand fast nur noch aus Pflichten. Für Spass blieb kaum Platz.
Ich arbeitete in einem 100-Prozent-Pensum, und reduzieren konnte ich es nicht, weil das Geld sonst knapp geworden wäre. Immer öfter stellte ich mir dieselbe Frage: Soll das wirklich das Leben sein? Über 200 Stunden im Monat arbeiten und trotzdem ständig das Gefühl haben, dass das Leben an einem vorbeizieht, während man nur funktioniert? Wofür machen wir das alles eigentlich? Warum ist die Welt so, wie sie ist? Muss sie wirklich so sein? Warum akzeptieren so viele Menschen ein Leben, das sie innerlich erschöpft? Und warum verändern wir Systeme nicht, obwohl wir gemeinsam dazu in der Lage wären?
Mit den Jahren begann ich immer stärker daran zu glauben, dass Veränderung möglich ist. Vielleicht nicht perfekt und nicht von heute auf morgen – aber Schritt für Schritt. Ich glaube daran, dass Menschen bewusster, empathischer und menschlicher werden können. Dass wir lernen können, uns selbst zu hinterfragen, neue Wege zu denken und eine bessere Welt zu erschaffen, wenn wir den Mut haben, alte Denkweisen nicht einfach blind weiterzutragen.
Aus genau diesem Gedanken entstand schließlich FEELB und später auch mein Buch. Ich möchte Menschen dazu inspirieren, wieder mehr zu fühlen, bewusster zu leben und den Mut zu haben, selbst zu denken. Ich möchte, dass Menschen begreifen, dass wir die Welt verändern können. Wir alle. Hier und jetzt.
Vielleicht entstand genau daraus irgendwann auch mein größter Traum: ein kleiner Ort am Meer. Ein Ort voller Ruhe, Wärme, Menschlichkeit und echter Begegnungen. Ein Ort, an dem Menschen nicht nur Ferien machen, sondern wieder bei sich selbst ankommen können.
Das Meer bedeutet für mich Freiheit. Es erinnert mich daran, wie klein unsere Sorgen manchmal sind und wie wichtig es ist, wirklich zu leben, statt nur zu existieren. Vielleicht wünsche ich mir deshalb seit vielen Jahren ein kleines Hotel irgendwo am Wasser – einen Ort voller Musik, Gespräche, Lachen, Gemeinschaft, Ruhe und bewusster Entschleunigung.
ResetMe entstand zuerst in meinem Herzen – lange bevor es überhaupt eine Idee auf Papier wurde. Vielleicht wird es eines Tages Wirklichkeit. Und vielleicht beginnt jede große Veränderung genau mit einem Traum, den man sich erlaubt, ernst zu nehmen.